Unser Dorf
Grußwort zu Weihnachten 2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger, mit den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel geht auch das Jahr 2020 wie jedes Jahr zu Ende. Wenngleich 2020 alles andere als „normal“ oder „gewöhnlich“ war. Beim Gedanken an die letzten Monate kommen einem eher Worte wie „gruselig“, „beängstigend“ oder „turbulent“ in den Sinn. Überhaupt hat dieses Jahr ziemlich alles durcheinandergeworfen, was für uns Alltag und Routine war, was wir gewohnt waren zu tun und was wir noch verantworten konnten zu tun. Umso wichtiger ist es, nun kurz vor Weihnachten und dem anstehenden Jahreswechsel, gemeinsam darüber nachzudenken, was war, und gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

Hier in Baiersbronn war, wie überall, dass jetzt schon fast vergangene Jahr kein leichtes. Spätestens ab März musste uns allen klar werden, dass wir uns in einer noch nie dagewesenen Situation befinden, die besondere Maßnahmen von jeder und jedem Einzelnen erfordert: Viele von uns durften nahe Verwandte nicht mehr sehen, konnten Freundinnen und Freunde nicht mehr treffen, mussten den Alltag neu denken oder mussten um Hilfe bitten und Hilfe annehmen für Dinge, die viele bisher doch ganz gut alleine hinbekommen hatten. Gleichzeitig zählten viele von uns selbst plötzlich zu einer sogenannten „Risikogruppe“, was zu Ängsten, Unsicherheit und Ratlosigkeit geführt hat.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei jeder und jedem von Ihnen bedanken. Sie alle haben trotz massiver Einschnitte in Ihre Privatsphäre wie selbstverständlich Ihren Beitrag dazu geleistet, dass diese Pandemie bisher für uns alle so glimpflich abgelaufen ist. Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Vielen Dank für Ihre Vernunft!

Dies ist, wenn ich das an dieser Stelle ganz persönlich einfügen darf, auch sicherlich das, was mich in dieser Krise immer wieder zutiefst berührt hat: Wie wir hier in Baiersbronn zusammengehalten und einander geholfen haben. Da war plötzlich eine Solidarität zu spüren, die einige von Ihnen vielleicht noch aus den Zeiten zu Ende des 2. Weltkriegs kannten – und die uns in vielerlei Hinsicht einander nähergebracht hat – trotz aller Abstandsgebote.

Daher möchte ich allen Menschen, die sich in diesem Jahr besonders für Ihre Mitmenschen eingesetzt haben ganz besonders danken. In der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft hat sind eine der wesentlichen Stärken unserer Gemeinde gezeigt. Hier ist man nicht nur eine anonyme Person in der Gesellschaft, sondern jeder und jede werden wahrgenommen und nicht alleine gelassen. Das konnte gelingen, weil viele Menschen sich ehrenamtlich engagiert haben, hierfür vielen Dank.

Einen weiteren großen Dank möchte ich an unsere Ärzte mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Betreiber von Pflegeeinrichtungen mit Ihren Teams, alle Erzieherinnen und Erzieher, die Schulleitungen und Lehrer richten. Sie alle haben mit Ihrem Beitrag wesentlich geholfen, dass wir die Situation in Baiersbronn, so gut es eben ging, bewältigen konnten. Aber auch allen und jedem, die sich in dieser Situation für unsere Gesellschaft eingesetzt haben möchte ich meinen persönlichen Dank aussprechen.

Inmitten der finstersten Nacht ist Jesus Christus geboren. Jedes Jahr gedenken wir dieser Geburt. Schon bald ist wieder Weihnachten. Auch wir befinden uns inmitten einer Nacht, einer Pandemie, und doch gibt es immer Hoffnung. Weihnachten ist der richtige Zeitpunkt, sich an das Licht zu erinnern, das in jedem von uns leuchtet und das uns auch durch diese Phase unseres Lebens leiten wird. Ein Licht, dessen Kraft umso heller erstrahlt, umso mehr wir zusammenhalten und füreinander da sind – auch wenn das dieser Tage vielleicht weit weniger innig und körperlich sein kann, als es manchem von uns lieb ist. So haben wir doch dieses Jahr gelernt, dass die digitalen Medien auf jeden Fall zu einem gut sind: Sie helfen, Kontakt zu halten, ohne einander zu gefährden.

Denn dass plötzlich Abstand als gegenseitige Zuneigung, Fürsorge, ja Liebe gelten soll, ist und bleibt schwer zu verstehen. Dabei ist der Mensch doch auf Nähe angelegt. Und Weihnachten ist das Fest der Nähe, der Liebe! Viele von uns, liebe Bürgerinnen und Bürger, werden in diesem Jahr sogar an Weihnachten nur wenige Besuche empfangen können. Oder müssen gar ganz ohne Ihre Familien feiern. Das fällt an Weihnachten besonders schwer. „Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs, das seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht!“ schrieb Antoine de Saint-Exupéry. Dieses Licht leuchtet jetzt in der Weihnachtszeit besonders hell – in unseren Fenstern und in unseren Herzen.

Seit dem 16. Dezember müssen wir nun alle mit weiteren, gravierenden Einschnitten in unser Leben umgehen. Und auch, wenn für die Weihnachtstage einige wenige Ausnahmen gelten, werden wir ein anderes, ein stilleres Weihnachten und Sylvester in diesem Jahr erleben. Vielleicht gibt uns diese verordnete „Zwangspause“ aber auch die Möglichkeit, dass wir unser bisheriges Tun und Handeln reflektieren und überdenken.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, lassen Sie uns das Beste daraus machen. Kämpfen wir gegen Frust und Traurigkeit. Lassen wir dem Coronablues keine Chance. Nach dem Motto: Jetzt erst recht! Wir richten unsere Zimmer und Wohnungen besonders schön her, backen viele Sorten Plätzchen und verpacken sie mit langen Briefen in heiß ersehnte Päckchen an die Familie und Freunde. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Im nächsten Jahr wird es wieder anders werden – da bin ich mir sicher!

Natürlich wird uns das neuartige Coronavirus noch weiter in 2021 beschäftigen. Natürlich ist mit dem Jahreswechsel nicht plötzlich alles anders – der Spuk vorbei. Doch können wir immer besser mit der Situation umgehen und lernen weiterhin, zumindest ein Stück weit, mit dem Virus zu leben. Es ist nicht das erste Virus und wird auch nicht das letzte sein. Aber wir haben jetzt einen Plan, der funktioniert, und mit dem wir zuversichtlich in die Zukunft blicken können.

Ich persönlich bin mir sicher, dass 2021 ein gutes Jahr wird, und freue mich sehr darauf. Und Weihnachten feiern wir dann alle wieder gemeinsam.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, im Namen des Gemeinderates, aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses und der Gemeinde mit Baiersbronn Touristik und Gemeindewerke, aber vor allem auch ganz persönlich, möchte ich Ihnen alle eine besinnliche Weihnachtszeit und schöne, gesegnete Feiertage wünschen. Vielleicht gelingt es uns auch aus den Besonderheiten dieses herausfordernden Jahres positive Seiten abzugewinnen. Ich hoffe, Sie genießen die Zeit „zwischen den Jahren“ und starten zuversichtlich ins neue Jahr.

 

Herzlichst, Ihr

Michael Ruf

Bürgermeister

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