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Baiersbronner Gedächtnis: Das Gemeindearchiv

Das Gemeindearchiv ist eine öffentliche Einrichtung, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie Interessierten offensteht. Im Archiv werden alle Akten der Gemeindeverwaltung dauerhaft aufbewahrt. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um eine authentische und rechtssichernde Überlieferung zu gewährleisten. Eine weitere wesentliche Aufgabe des Archivs besteht darin, als Wissens- und Auskunftsstelle für Bürger zu dienen. Besonders beliebt sind dabei die Akten des Standesamtes inklusive Geburten-, Heirats-, und Sterberegister, die seit 1876 zur Verfügung stehen oder Kopien der Kirchenbücher, die für Ahnenforscher eine verlässliche Quelle darstellen. Besonders spannend für Besitzer eines älteren Hauses, sind die Bauakten die zwischen 1850 – 1900 im Archiv zu finden sind. Neuere Unterlagen sind noch im Bauamt.

Ein ganz besonderer Schatz im Archiv sind die Unterlagen aus dem Kloster Reichenbach. Die ältesten Aufzeichnungen sind vom Mai 1649. Dort wird penibel aufgelistet was die Leibeigenen besessen haben.

Das Archiv befindet sich in seiner heutigen Form seit 1978 im ehemaligen Schulgebäude in Friedrichstal. Wilhelm Günter, pensionierter Oberlehrer hat zusammen mit dem damaligen Kreisarchivar Dr. Gerhard Wein die Akten aus den verschiedenen Lagerstellen der Ortsteile gesichert, gesäubert und archivgerecht sortiert. Bis im Jahr 2001 wirkte Günter sehr erfolgreich im Baiersbronner Gemeindearchiv. Ab 2001 wirkte Klaus M. Heckmanns im Archiv und begann das Archiv als digitales Verzeichnis abzubilden. Diese Arbeit ist besonders wichtig, um auch Personen einen Überblick über die Archivalien geben zu können, die nicht vertraut sind mit den einzelnen Akten. Nach einer zweijährigen Vakanz leitet seit 2013 Dorothee Kühnel das Gemeindearchiv von Baiersbronn. „Ich sehe das Archiv, neben seiner klassischen Funktion, als Wissens- und Auskunftsstelle für die Baiersbronner Bürgerinnen und Bürger aber auch als Forschungsgebiet für Schüler, Studenten oder wissenschaftliche Einrichtungen,“ sagt Dorothee Kühnel. Das Ziel ist es, das Leben der Gemeinde sozial, kulturell, sportlich und religiös für die Nachwelt zu dokumentieren. Auch die digitale Zukunft hält besondere Herausforderungen für Archive bereit. Während Papier mehrere Jahrhunderte unbeschadet überdauert, machen moderne Speichermedien wie Festplatten, CDs u.ä. bereits nach wenigen Jahren schlapp. Auch die Software und die

Formate in denen die eAkten gespeichert sind, ändern sich sehr schnell und können so nach einigen Jahren nicht mehr lesbar sein. Derzeit werden Lösungen für diese Thematik erarbeitet, denn es ist sehr wichtig auch das digitale Leben zu sichern, da Archive einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Gegenwart durch die Vergegenwärtigung der Vergangenheit leisten.

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