Unser Dorf
Grußwort zu Weihnachten 2019 von Bürgermeister Michael Ruf

Weihnachten steht vor der Tür, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, und Sie alle freuen sich jetzt wohl auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren und die Feier im Familien- oder Freundeskreis. Weihnachten ist ein Fest, das hier von allen Menschen begangen wird, ganz gleich, wo sie herkommen, ganz gleich, ob sie einer oder welcher Religion sie anhängen. Denn Weihnachten hat als Fest der Besinnlichkeit und des Schenkens, als Fest der Zuwendung zu anderen eine starke, eine über Jahrhunderte unverminderte Ausstrahlung.

Am Heiligen Abend haben wir Zeit für uns, wir haben Zeit für die wahren Werte des Lebens. Die Zeit steht quasi still. Keine großen Entscheidungen in Politik oder Wirtschaft werden gefällt, keine großen Events sind irgendwo angesetzt. Wir können in aller Ruhe mit unseren Nächsten feiern. Wir können das vergangene Jahr Revue passieren lassen und uns fragen, wo wir stehen, in unserem privaten wie auch im politischen Leben.

Bilanzen haben stets zwei Posten, sie haben Positives wie Negatives zu vermelden. Das gilt für die Politik, und das wird auch für Sie gelten, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wenn Sie Ihre persönliche Summe des vergangenen Jahres ziehen oder sich die Ereignisse der letzten Monate nochmals vor Augen führen.

Uns allen sind die Ereignisse des Jahres 2019 mehr oder weniger noch im Bewusstsein. Großbritannien beherrschte die Schlagzeilen, Rücktritt von Theresa May, Boris Johnson Premier und die unendliche Brexitdebatte, hielten uns in Atem. Der Hurrikan Dorian hinterließ Verwüstung und der Regenwald stand in großen Teilen in Flammen. Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und mehrere ähnliche, grausame Taten, schienen nicht enden zu wollen. In der Stadt Lingen wurde ein neuer Hitzerekord mit 42,6 Grad gemessen und das Ibiza-Video brachte die österreichische Regierung ins Wanken. Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg zeigten auf, dass die Demokratie auf bestehende Wahlergebnisse neue Antworten finden muss.

Die allgegenwärtigen Katastrophenmeldungen verdecken oft die ermutigenden Zeichen, die aber ebenfalls vielerorts zu finden sind. Jeder Mensch, der einen Aufbruch wagt, jeder Mensch, der sich für andere engagiert, macht unsere Welt ein Stück heller und hoffnungsfroher.

Gewiss, wir stehen in Baiersbronn und in Deutschland vor großen Herausforderungen. Eine sich abschwächende Konjunktur, spürbare Veränderungen im Klima, der immer größer werdende Fachkräftemangel – Sie alle kennen das zur Genüge. Themen, deren Lösungen noch viele Debatten und Kompromisse verlangen werden.

Auch in Baiersbronn haben wir in diesem Jahr nicht alles erreicht, was wünschenswert wäre. Aber wir haben doch vieles geschafft, um unseren Wirtschaftsstandort und die Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern, wie die Fertigstellung der Sanierung der Freudenstädter Straße, die Sanierung des Kämmereigebäudes, die Sanierung des Friedhofes in Mitteltal oder der erste Bauabschnitt des Hochwasserschutzes in Röt.

Unsere Erfolge beruhen auf Ihren Stärken, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie hier wohnen und arbeiten, auf Ihrer Initiative und Kreativität, auf Ihrer Tatkraft und Ihrem Engagement. Unsere Erfolge beruhen darauf, dass Sie, dass wir alle die Probleme gemeinsam angehen, dass sich viele Einzelne und viele Vereine und Gemeinschaften aber auch Unternehmen für Baiersbronn verantwortlich fühlen.

Unsere Gesellschaft, unsere Ortsgemeinschaft ist keine Baiersbronn-AG, sondern eine Gemeinschaft von Menschen; sie wird nicht von Zugewinnen zusammengehalten, sondern von Werten. Von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, von Solidarität und Mitmenschlichkeit.

Deshalb nutze ich die heutige Gelegenheit gern, allen Baiersbronnerinnen und Baiersbronnern zu danken, die sich für ihre Mitmenschen, die sich für lohnende Ziele einsetzen. Es gibt viel bürgerschaftliches Engagement in unserer Gemeinde und in unserem Land, mehr, als man manchmal meint, wenn soziale Kälte oder Kriminalität die Schlagzeilen beherrschen. Die Menschen, die sich für karitative Organisationen, in Vereinen oder in der Nachbarschaftshilfe engagieren, machen keine Schlagzeilen – sie machen einfach das, was sie für richtig halten oder als nötig empfinden. Sie bewegen etwas im Sport oder in der Kultur, sie helfen Bedürftigen oder verschaffen anderen ihr Recht.

Menschen, die sich engagieren, handeln aus Verantwortungsgefühl heraus und aus Mitmenschlichkeit. Sie beweisen Solidarität und manches Mal auch Zivilcourage, wenn sie sich für Bedrohte oder ungerecht Behandelte einsetzen.

Alle Menschen sind gleich und alle haben gleiche Rechte, auch das ist ein Grundsatz, an den Weihnachten erinnert. Es ist ein christliches Fest, doch die Werte, von denen es spricht, werden auch von anderen Religionen hoch gehalten oder von Menschen, die sich einem humanistischen Gedankengut verpflichtet fühlen. Alle Völker und Religionen, nicht nur das christliche Abendland, schätzen Frieden und Mitmenschlichkeit. Und alle, die sich dafür einsetzen, zeigen, dass diese Werte Bestand haben, dass sie nach wir vor gültig sind und eine Richtschnur unseres Verhaltens bilden.

Danken möchte ich auch allen Menschen, die an den Feiertagen arbeiten und selbst am Heiligen Abend für alle anderen den Betrieb aufrechterhalten. Wie zum Beispiel den Hilfs- und Rettungskräften, den Ärzten und Pflegekräften, den Bus- und Taxifahrern und natürlich insbesondere den vielen fleißigen Menschen in unserer Baiersbronner Gastronomie. Und nicht zuletzt allen Menschen, die sich gerade an Weihnachten um andere, um Bedürftige oder Alleinstehende, kümmern.

Menschen, die sich für andere engagieren, machen unsere Welt heller und freundlicher. Menschen, die sich nicht entmutigen lassen, sondern ihr Mögliches tun, stehen für Aufbruch und Hoffnung. In Baiersbronn gibt es in allen Bevölkerungskreisen und allen Berufssparten die Bereitschaft, unsere Probleme anzugehen; in Baiersbronn gibt es viel uneigennütziges Engagement. Das sind unsere Stärken, das gibt uns Anlass, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, frohe und geruhsame Weihnachtstage sowie alles Gute für das neue Jahr.

Ruf neu (2)

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