Auch wenn die Altmühle in die Jahre gekommen ist: Ein eindrucksvoller Anblick ist das Gebäude bis heute.
Unser Dorf
Gebäude im Unterdorf: Die Altmühle

Wenn Gebäude sprechen könnten – was würde die Altmühle wohl erzählen? Sie wüsste vermutlich Geschichten aus den Zeiten, als Baiersbronn Teil des Dornstetter Königsforts war. Sie könnte von der Ära berichten, als Lehnsherren und Fürsten noch uneingeschränkte Herrschaftsgewalt über Leib und Leben der Baiersbronner hatten.

Die Altmühle war da, als im 17. Jahrhundert die erste Schule in Baiersbronn eröffnete. Sie hat gesehen, wie sich die Baiersbronner jahrhundertelang mit harter, gefährlicher Arbeit durch ein entbehrungsreiches Leben kämpften. Die Altmühle ist die älteste, heute noch bestehende Mühle in Baiersbronn. 1678 wurde die Altmühle zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Wann sie genau gebaut wurde, ist allerdings ungewiss. Das in den Türsturz eingemeißelte Jahr 1895 datiert den Zeitpunkt des Neubaus. Das alte Gebäude fiel im 19. Jahrhundert einem Mühlenbrand zum Opfer.  Was man jedoch weiß ist, dass die Mühle bald nach der ersten urkundlichen Erwähnung im 17. Jahrhundert in den Besitz der Familie Trück gelangt ist – und bis heute in deren Händen geblieben ist.

Eine der ältesten Mühlen

Auch das Areal ist bis heute faszinierend. Die Altmühle erinnert an einen alten Riesen, der in Dämmerschlaf gesunken ist. Die Größe des Gebäudes und das weitläufige Grundstück aber lassen erahnen, dass die Mühle einmal eine wichtige Rolle im Dorf gespielt hat. Viele Informationen und Geschichten sind über die Jahrhunderte verschollen, doch was man weiß, ist, dass in der Altmühle im 20. Jahrhundert Mehl gemahlen wurde. Das Getreide holten die Müller im Badischen und fuhren es selbst nach Baiersbronn. Das Mehl wurde überwiegend an die örtlichen Bäckereien verkauft. Auch eine Mosterei befand sich zeitweise in der Altmühle.

Die Zeit hat Spuren hinterlassen

Das Mühlenhandwerk wurde über die Jahrhunderte ein blühender Wirtschaftszweig. Eine Aufzeichnung des Oberamts Freudenstadt aus dem Jahr 1858 (das Gebiet entspricht heute ungefähr dem Altkreis Freudenstadt) besagt, dass es im 19. Jahrhundert fast 160 Mühlen in der Region gab. Viele sind heute verschwunden. Auch die Altmühle hat sich verändert. Im Inneren ist das Gebäude leergeräumt und von den Mahlwerken ist nichts mehr zu sehen.  Doch die Altmühle bleibt dennoch etwas Besonderes. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

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