Baiersbronn im Schwarzwald, Genussraum für die Seele, Mehrgenerationen, Spielplatz. Familie
Unser Dorf
Was sich Bürger wünschen: Eine Unterhaltung mit Gudrun Gaiser

Gudrun Gaiser wohnt zwar selbst im Oberdorf, doch das Unterdorf liegt ihr sehr am Herzen – als Bürgerin, Bezirksbeirätin und HGV-Mitglied. Was wünscht Sie sich vom Leitbildprozess?

„Ich möchte, dass das Unterdorf erlebbar wird und bleibt. Für Jung und Alt.“

Gudrun Gaiser
Gudrun Gaiser

Der Bereich Schelklewiesen wäre nach Gudrun Gaisers Meinung ein idealer Ort, wo man dieses schöne Miteinander möglich machen könnte. Zum Beispiel mit einem Spielplatz oder Bolzplatz für die Kinder und
Jugendlichen, die nicht auf die Parcours-Anlage möchten und einem Senioren-Spielplatz für die älteren Generationen.

„Es heißt zwar schon Mehrgenerationen-Park, aber es gibt noch zu wenig dort.“

Der Forbach könnte zugänglich gemacht werden und die Sicht von der Straße zu den Schelklewiesen geöffnet werden. Als Hundeliebhaberin weiß Gudrun Gaiser, dass viele Gassi-Geher gerne einen Ort hätten, wo sie ihren Vierbeiner mal laufen lassen können.

Und die Verkehrssituation beim Café am Eck, wo Autostau, Bushaltestelle und Fußgänger zusammenkommen, muss nach Ansicht von Gudrun Gaiser entschärft und erweitert werden. Damit Gehweg und Fahrbahn gut sortiert sind und dazwischen noch Platz für ein Radweg ist – der nach ihrer Ansicht dringend im Unterdorf benötigt wird.
Doch ein ganz wichtiges Thema für Gudrun Gaiser ist der Bahndamm. „Das liegt mir ganz arg am Herzen.“ Eine Brückenlösung mit Direktverbindung ins Sankenbachtal schwebt ihr vor. Damit könnte die Forbachstraße entlastet werden.

„Wichtig ist mir, dass wir was Gescheites kriegen und nicht wieder die nächsten 20 Jahre planen. Und in der Freudenstädterstraße und der Forbachstraße sollte es wieder eine Nahversorgungs-Struktur geben.“

Diese wird schmerzlich vermisst, das erlebt Gudrun Gaiser immer wieder, wenn sie von Gästen angesprochen wird, die sich tagsüber mit Grundlegendem wie Wasser und Lebensmitteln eindecken möchten. Schon oft hat sie die Frage gestellt bekommen, wo denn hier das Ortszentrum sei.

„Es widerstrebt mir dann, wenn ich Leute raus aus dem Ortskern zum Discounter auf die grüne Wiese schicken muss.“

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Auf den Schelklewiesen liegt der Mehrgenerationen-Spielplatz

Für den Rosenplatz wünscht sich Gudrun Gaiser, dass er zu einem schönen belebten Treffpunkt wird. Wo die Menschen zusammenkommen und währenddessen die Kinder über den Platz toben können. Die größte Herausforderung des Leitbildprozesses sieht sie jedoch im Generationenwechsel. Viele Gebäude im Unterdorf stehen leer, weil die Besitzer sie nicht mehr benötigen und sich mit der Sanierung nicht belasten wollen.

„Ich verstehe, wenn die älteren Leute ihre Gebäude nicht mehr richten. Sie können das nicht mehr. Und die Kinder sind weg.“

In diesem Problem wird nach Gudrun Gaisers Ansicht deshalb die zentrale Aufgabe der kommenden Monate und Jahre liegen.

Die Kinder der Baiersbronner, die heute erwachsen sind, würden gebraucht, damit das Unterdorf wieder saniert und lebendig wird. Die Rahmenbedingungen stimmen, findet Gaiser.

Kindergärten, Schulen, attraktive Bauplätze – alles sei da. Jetzt müsse der Leitbildprozess genutzt werden, damit auch Baiersbronner, die in die Welt gezogen sind, Lust haben, wieder nach Hause zu kommen.

„Wir müssen, die jungen Menschen, die weggegangen sind, wieder zurückgewinnen. Aber dafür müssen wir das Unterdorf beleben und attraktiv machen.“

Gudrun Gaiser hofft deshalb, dass die Baiersbronner die Besonderheit des Leitbildprozesses verstehen.

„Den Leuten muss klar sein, dass das kein Architektenwettbewerb ist. Und es ist kein Programm, um günstig an Zuschüsse für die eigene Haussanierung zu kommen. Der Leitbildprozess ist eine große Ideensammlung für die Zukunft des Ortes, aus der wir uns die Sahnehäubchen herauspicken können.“

 


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